Die nach dem Wirtschaftsexperten Bert Rürup benannte Form der privaten Rentenvorsorge birgt einige Fallstricke, die man als Verbraucher berücksichtigen sollte. So ist die zu erwartende Leistung bei vielen der Verträge zur Rürup-Rente nicht immer im Voraus zu berechnen.
Insbesondere bei fondsgebundenen Privatrenten kann es passieren, dass nicht festgelegt wird, nach welchem Schlüssel die auszuzahlende Rente später berechnet wird. Den betroffenen Verbrauchern drohen dadurch teilweise extreme Nachteile. Deswegen hat das Finanzministerium schon im Sommer Änderungen in Erwägung gezogen. Noch unklar ist, ob die neue Bundesregierung unter der schwarz-gelben Koalition diese Änderungen in Angriff nehmen wird.
Da die Ertragsaussichten bei fondsbasierten Renten recht hoch sind, wählen viele Versicherte genau diese Form der Anlage für die Rürup-Rente. Diese Fondsrenten beinhalten allerdings auch diverse Nachteile. Zum einen kann der Sparer nicht genau abschätzen, wie hoch das Kapital am Ende der Sparzeit sein wird, da Fondsanteile in ihrem Wert oft stark schwanken. Zum anderen gibt es bei diesen Sparplänen keine Kapitalgarantie auf die bereits eingezahlte Summe. Dies unterscheidet die fondsbasierten Renten erheblich von der Riester-Rente, bei der eine entsprechende Garantie besteht.
Ein weiterer Nachteil ist das Fehlen eines Rentenfaktors, wenngleich dies nicht für alle Verträge der Rürup-Rente gilt. Bei den betroffenen Verträgen kann sich das Fehlen des Rentenfaktors allerdings negativ auswirken. Hat ein Anbieter keinen festen Rentenfaktor garantiert, behält er sich vor, die spätere Auszahlung der Rente je nach den Rahmenbedingungen anzupassen, die sich im Laufe der Jahre erheblich verändern können. Der Rentenfaktor hingegen legt fest, wie hoch eine spätere monatliche Rentenzahlung je 10.000 Euro Kapitalanlage ausfällt.
Bisher wurden die Anbieter von Rentenversicherungen nicht gesetzlich dazu verpflichtet, eine Berechnungsgrundlage bereits bei Vertragsabschluss zu garantieren. Diese Lücke nutzen einige Gesellschaften aus, um den Rentenfaktor erst bei Ende des Sparplans festzulegen. Aufgrund der langen Sparzeiten ist es allerdings gut möglich, dass in der Zwischenzeit der Garantiezins sinkt oder sich andere Faktoren ändern. So wirkt sich eine höhere Lebenserwartung ebenfalls auf die Höhe der Rente aus, wenn der Anbieter den Faktor entsprechend verringert und die monatliche Rentenzahlung mindert. Als Sparer ist man daher besser gestellt, wenn man einen Anbieter wählt, der einen Rentenfaktor garantiert.
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